
Es gibt Augenblicke, in denen Zivilisation nicht aus Regeln, Konferenzen oder Sicherheitskonzepten besteht, sondern aus einer einzigen Entscheidung: Entweder verzagt stehenzubleiben oder sofort zu handeln. Auf Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv fiel diese Entscheidung am 30. September 2026 in einem Cockpit, in dem ein Islamist den Piloten erstach und eine Boeing 737 dann gezielt in einen brutalen Sinkflug geriet. Nach Angaben israelischer Behörden hatte der omanische Co-Pilot den indischen Kapitän Smit Machchhar niedergestochen und versucht, die Maschine zum Absturz zu bringen. Flydubai bestätigt den gewaltsamen Zwischenfall, verweist aber auf laufende Ermittlungen, auch wenn dank vieler Interviews der überlebenden Israelis auf Social Media längst die meisten Details bekannt sind.
Dass die 174 Menschen an Bord von Flug FZ1073 nach Angaben des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanyahu schließlich nicht als Opfer einer Katastrophe im Terrorstil des 11.September endeten, lag an einer Kette außergewöhnlicher Handlungen. Zwei davon ragen in diesem Zusammenhang heraus: Pilot Machchhar, nach dem Angriff seines Copiloten sehr schwer verletzt, schaffte es noch mit letzter Kraft, die normal verriegelte Cockpit-Tür freizugeben und der israelische Passagier Yaniv Hayun, der mit anderen Passagieren, sofort nach vorne stürmte, den Terrorpiloten überwältigte und für entscheidende Sekunden selbst an die Steuerung des Flugzeugs ging. Hayun verwies später auf Erfahrung aus Videospielen, die ihn animierte, das Steuerruder nach einem wilden Sturzflug anzuziehen. Erst danach konnte eine sich zufällig an Bord befindende zusätzliche Flugcrew übernehmen und die Maschine im saudischen Tabuk landen.
„Ich sehe dich und ich sehe einen Löwen – einen großen Helden.“
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu zu Yaniv Hayun am Ben-Gurion-Flughafen, laut Reuters: https://www.reuters.com/world/middle-east/diverted-flydubai-flight-israel-was-not-hijacking-incident-israeli-prime-2026-09-30/
Dieser Satz des Premierministers ist mitten im israelischen Wahlkampf freilich eine politische Inszenierung, aber er beschreibt in der Tat einen realen Kern: Hayun und andere Passagiere gingen nicht in Deckung, als vor ihren Augen ein Verkehrsflugzeug außer Kontrolle geriet. Sie liefen dorthin, wo die Gefahr saß und wurden gemeinsam mit dem indischen Piloten zu Helden. Tel Aviv (siehe Bild unten) entging somit wohl einem Anschlagsversuch im Stil des 11.September 2001 in New York! 174 Menschen überlebten glücklicherweise und keine Regierung stand vor der schrecklichen Entscheidung, ein Passagierflugzeug eventuell abschießen zu müssen, um Schaden abzuwenden!

Der Angriff kam aus dem Cockpit
FZ1073 war auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Israel und flog in Reiseflughöhe über der Region, als sich im Cockpit ein Kampf entwickelte. Nach Darstellung von israelischen Behörden stach plötzlich der omanische Co-Pilot auf den indischen Emirates-Kapitän Machchhar ein und versuchte anschließend, die Maschine zu übernehmen, um sie zum Absturz zu bringen. Der genaue Beweggrund ist bislang nicht geklärt, es dürfte sich aber wohl um einen islamistischen Anschlag handeln mit dem Ziel Terror zu verbreiten und möglichst viele Juden zu töten. Israels Verteidigungsminister sprach etwa von einem versuchten jihadistischen Terroranschlag! Die betroffene emiratische Fluglinie Flydubai erklärte hingegen zurückhaltender, die Hintergründe seien noch unbekannt. Der mutmaßliche Terrorist wurde jedenfalls dann am Flughafen den saudischen Behörden übergeben und von diesen festgenommen!
Nach dem Angriff auf den Piloten begann, wie schon erwähnt, ein rasanter Fall des Flugzeugs. Flugdaten zeigen, dass die Boeing aus etwa 34.000 Fuß Höhe in rund 30 Sekunden mehr als 14.000 Fuß verlor – über 4.200 Meter. Passagiere berichteten von Schreien, heftigen Bewegungen und dem Gefühl, die Maschine sei nicht mehr unter Kontrolle. Der Transponder sendete zunächst den Notfallcode 7700 und später 7500, das internationale Signal für unrechtmäßige Einwirkung auf ein Flugzeug. Israel ließ wegen des möglichen Entführungsszenarios dann sofort Kampfflugzeuge aufsteigen.
Das moderne Cockpit eines Verkehrsflugzeugs ist seit den Anschlägen vom 11. September als Festung konstruiert, die sich von innen verriegeln lässt. Genau das hätte in diesem Fall zur Falle werden können, denn die Gefahr befand sich im Fall des Fluges FZ1073 bereits hinter der verriegelten Tür. Nach Angaben der israelischen Behörden lag Pilot Machchhar blutend am Boden, als er mit letzter Kraft die Entriegelung der Tür betätigte. Damit öffnete er glücklicherweise den Menschen in der Kabine den einzigen Weg zum Eingreifen.
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Der letzte Handgriff des Kapitäns
Dieser Handgriff war dann der erste entscheidende Moment dieses Anschlagsversuches. Machchhar konnte zwar den Angriff schwer verletzt nicht mehr allein kontrollieren, aber er verhinderte zumindest temporär, dass der Angreifer das Cockpit zur abgeschotteten Terrorkommandozentrale machte. Israelische Passagiere reagierten auf die Geräusche und stürmten daraufhin das Cockpit! Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass die angreifenden Passagiere den Co-Piloten am Bedienpult vorfanden, wo er auf Instrumente einschlug. Der Kapitän hatte damit, schwer verwundet und offenbar kurz vor dem Zusammenbruch, noch genau jene Handlung gesetzt, die anderen das entscheidende Eingreifen ermöglichte.
In der Kabine hatte naturgemäß niemand ein vollständiges Lagebild. Man spürte freilich den rasanten Sinkflug, hörte Lärm und gewann damit die Erkenntnis, dass vorne etwas katastrophal schieflief. Der Israeli Yaniv Hayun gehörte dann zu einer Gruppe von Passagieren und Crewmitgliedern, die in das geöffnete Cockpit vordrang. Nach seiner späteren Schilderung packte er den Angreifer im Würgegriff, zog ihn aus dem Cockpit weg und half, ihn zu überwältigen. Andere Passagiere wirkten dabei ebenfalls mit; der Erfolg war kein Soloakt.
Dann kam der Moment, der die Geschichte beinahe unwirklich wirken lässt. Hayun stürmte ins Cockpit zurück, nachdem er den Terroristen mit anderen aus diesem in die Kabine gezerrt hatte, griff nach den Steuerhörnern und zog sie zurück, um die Maschine aus ihrem Sinkflug zu bringen. Hayun war kein Linienpilot, sondern kannte die Funktionsweise nur aus Videospielen und handelte im Affekt, um das Flugzeug zu retten. Wenig später übernahm dann glücklicherweise ein zufällig an Bord befindlicher Pilot aus einer Reservecrew, die gerade nach Israel geflogen wurde. Die Fluggesellschaft Flydubai bestätigte, dass diese zusätzliche Besatzung schließlich die Kontrolle übernahm und die Maschine sicher in den nächstgelegenen saudischen Flughafen Tabuk brachte. Was für Hayun also nur Sekunden gewesen sein dürften, waren für alle an Bord die Grenze zwischen einem noch steuerbaren Flugzeug und einer möglichen Katastrophe.
Blut, Kabel und Erste Hilfe
Die Heldentaten der Passagiere waren hier aber noch nicht vorbei! Die dramatische Rettung endete nicht mit dem Überwältigen des Angreifers und der Stabilisierung des Flugzeuges. Der schwer verletzte Kapitän musste nämlich ebenfalls notdürftig versorgt und gerettet werden. Das übernahm spontan der Zahnarzt Shota Musaev, der den blutenden Machchhar medizinisch versorgte und ihm laut saudischen Behörden damit wohl das Leben rettete! Andere Passagiere hielten derweil den Täter fest im Griff und übergaben ihn später den saudischen Behörden! Das Flugzeug wurde von der Reservecrew dann stabilisiert, obwohl Teile davon durch den Sturzflug beschädigt worden waren, weil ein Passagierflugzeug eigentlich nicht für derartige Maneuver ausgelegt ist!
Damit wird nun auch klar, warum die Erzählung von „zwei Helden“ nur im Ansatz stimmt, denn an diesem Tag gab es noch viele Helden mehr. Machchhar und Hayun stehen aber ein für zwei Schlüsselmomente – die geöffnete Tür und den erfolgreichen Gegenangriff im Cockpit. Gerettet wurde FZ1073 freilich durch eine spontane Arbeitsteilung unter Extrembedingungen: ein verwundeter Kapitän, Passagiere, Crewmitglieder und weitere Piloten griffen ein und jedermann leistete seinen Teil. Jeder Mann tat genau das, was in diesem Augenblick möglich und nötig war, um das Überleben der Menschen sicherzustellen!
Fazit
Smit Machchhar und Yaniv Hayun wurden damit in wenigen Minuten und Sekunden zu den handelnden Schlüsselfiguren einer beinahe tödlichen massiven Terrorattacke. Wahres Heldentum ist in solchen Momenten klar messbar und zwar in Form konkreter Handlungen unter maximalem Risiko.
FZ1073 landete schließlich im saudischen Tabuk statt als Trümmerfeld zu enden. Die Ermittlungen müssen nun klären, aus welcher (islamistischen) Motivation der Angriff geschah, wie eine Waffe ins Cockpit gelangte und welche Sicherheitslücken nun einmal mehr geschlossen werden müssen. Die wichtigste Tatsache dieses Tages steht jedoch bereits fest: Als technische Systeme und Sicherheitsbarrieren allein nicht mehr genügten, verhinderten Menschen durch Mut, Improvisation und Zusammenarbeit das Schlimmste.
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