
Das politische Ende der linken Babler-SPÖ ist noch nicht in Stein gemeiselt, aber inzwischen ein sehr plausibles Szenario: Die SPÖ wird bei der nächsten Wahl klar unter 20 Prozent landen und die KPÖ wird mit größter Wahrscheinlichkeit mit 5%+ in den Nationalrat einziehen! Das wird mit exakt jenem Programm passieren, dass Andi Babler seinen Wählern populistisch einst versprochen, aber, weil wirklichkeitsfremd, natürlich nicht umgesetzt hat! Bei der Nationalratswahl 2024 kam die SPÖ mit dem Bablerschen Linkspopulismus auf 21,1 Prozent, die KPÖ derweil nur auf 2,4 Prozent. In einer IFDD-Umfrage vom 19. Juli 2026 stürzte die SPÖ aber auf 15 Prozent ab, während die KPÖ bei fünf Prozent und damit klar über der parlamentarischen Fünfprozenthürde liegt. Diese Sonntagsfrage ist freilich noch keine feste Prophezeiung, aber sie zeigt, dass aus einer linken Fantasie eine reale Konkurrenz geworden ist. Während Andreas Babler noch immer davon träumt, mit (populistischen) Worten über „Superreiche“ , „warme Mahlzeiten“ und „Bittstellerinnen“ eine verlorene Arbeiterschaft zurückzuerobern, hat sich die Realität längst gegen ihn gewandt.
Andreas Babler wollte die Sozialdemokratie durch einen scharfen Linkskurs wiederbeleben. Tatsächlich aber könnte er damit ihren historisch einst gefährlichsten Rivalen groß machen. Sobald die SPÖ nämlich Vermögenssteuern, Arbeitszeitverkürzung, staatliche Preislenkung und immer neue soziale Ansprüche zum moralischen Mindestmaß erklärt, eröffnet sie einen Wettbewerb, den sie als Regierungspartei nicht gewinnen kann. Es gibt in Österreich weder eine Mehrheit für diese Politik, noch würde sie dem wirtschaftlich angeschlagenen Land gut tun! Das wissen auch viele in der SPÖ, die dennoch Bablers Kurs notgedrungen mitgetragen haben! Die KPÖ allerdings kann jedes dieser leeren Babler-Versprechen politisch überbieten, jeden seiner Kompromisse als Verrat brandmarken und jede realwirtschaftliche Rechnung ignorieren. Die politische Lebenslüge der Babler-SPÖ lautete also von Beginn an, man könne zugleich radikale Erwartung und verantwortliche Regierung sein.
„Sozialdemokratie wirkt – weil wir die Dinge anders angehen. Weil wir uns verantwortlich fühlen. Weil wir eingreifen und die Dinge in Ordnung bringen!“
Andreas Babler, SPÖ-Bundesparteitag, 7. März 2026
Der Satz ist als politischer Anspruch verständlich, aber politisch riskant, weil Babler parallel dazu zu viele Dinge versprach, welche die Rolle der SPÖ als 20%-Partei schlicht nicht hergibt. Wirkung wird nicht an der Begeisterung eines Parteitags gemessen, sondern an Preisen, Einkommen, Sicherheit und Vertrauen. Während Babler seine Partei mit einem verbal harten Linkskurs, Vermögenssteuer-Rhetorik und Marxismus-Bekenntnissen am linken Rand positioniert, wächst ihm von links außen neue Konkurrenz heran: Die KPÖ.

Der linke Überbietungswettbewerb ist nicht zu gewinnen
Babler hat die SPÖ somit in eine strategische Sackgasse geführt. Rückt sie weiter nach links, trifft sie auf eine KPÖ, die ideologisch konsequenter auftreten kann. Rückt sie in der Regierung zur Mitte, enttäuscht sie jene Aktivisten und urbanen Milieus, denen zuvor der große Systemwechsel versprochen wurde. Der Parteichef hat damit Erwartungen erzeugt, die seine eigene Regierungsbeteiligung gegen ihn wenden wird. Enttäuschte hohe Erwartungen sind für einen Politiker in der Regel nämlich viel gefährlicher als das Gegenteil! Die Kommunisten müssen derweil, abgesehen von Graz (wo es aber eh auch nicht passiert), kein Budget sanieren, keinen Koalitionspartner überzeugen und keine unpopuläre Entscheidung mittragen. Sie können fordern, ohne die Nebenwirkungen ihrer Forderungen verwalten zu müssen. Genau darin liegt der Vorteil einer radikalen Opposition. Was bei der SPÖ nach einem Jahr Koalition wie eine verwässerte Ankündigung und ein schlechter Kompromiss aussieht, erscheint bei der KPÖ manchen linken Wählern als unverdorbene Haltung.
Babler kann den Kommunisten daher nicht glaubwürdig erklären, sie seien zu links, denn er hat ja selbst schließlich jene linke SJ-Funktionärssprache salonfähig gemacht, in der fast jede wirtschaftliche Frage als Klassenkonflikt zwischen „den Reichen“ und „den Menschen“ erscheint. Er hat das marxsche „Kapital“ gelobt und versucht, linksextreme Ideen a la „Eat the rich“ populär zu machen – etwa indem er versprach, „den Reichen“ ihre Privatjets zu nehmen oder „die Konzerne“ stärker zu besteuern! Die KPÖ muss diese bablersche Erzählung nun nur noch zuspitzen: noch höhere Steuern, noch härtere Eingriffe, noch mehr Umverteilung, noch weniger Rücksicht auf Eigentum und Standort. Wer den Klassenkampf wieder auf die Bühne holt, darf sich nämlich dann nicht wundern, wenn der professionellere Klassenkämpfer auch mehr Applaus erhält. Die KPÖ, jene Partei, die man in Wien jahrzehntelang zurecht für ein historisches Kuriosum hielt, steht nun an der Schwelle zum Nationalrat und sie könnte genau das werden, was Bablers eigener Partei am meisten schadet: die glaubwürdigere linkslinke Alternative zur Babler-SPÖ.
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Der Marxist an der Parteispitze
Andreas Babler hat nie einen Hehl daraus gemacht, wofür er steht. Der Vizekanzler bezeichnet sich selbst als Marxist und war Mitautor eines Schriftstücks, in dem Teile von Josef Stalins Politik gelobt wurden. Solche biografischen Fakten passen denkbar schlecht zu jenem gemäßigten Bild der politischen Mitte, das ein Vizekanzler im Amt abgeben muss, um seriös zu wirken! Im Wahlprogramm 2024 warb die SPÖ unter anderem mit Vermögenssteuern, Kindergrundsicherung und einer Arbeitszeitreduktion. In der Dreierkoalition mit ÖVP und NEOS wurde daraus dann zwangsläufig ein Kompromissprogramm und nichts davon wurde bis dato umgesetzt. Babler selbst bezeichnete das Regierungsprogramm aber hymnisch als „Kompromiss im besten Sinne des Wortes“. Für staatspolitisch denkende Bürger ist die Idee des Kompromisses naturgemäß erstmals vernünftig, aber für eine politisierte linke Basis, die zuvor auf Umverteilung und grundlegenden Kurswechsel eingeschworen wurde, klingt es schnell nach Kapitulation und Rückzug.
Hier beginnt nun die Stunde der KPÖ. Sie muss nicht beweisen, dass ihre Maximalforderungen finanzierbar, rechtlich haltbar oder volkswirtschaftlich klug sind. Sie muss lediglich auf die Lücke zwischen Bablers Tonfall und Bablers Ergebnissen zeigen. Jede nicht eingeführte Millionärssteuer, jede kleinere statt große Mietmaßnahme und jede Sparentscheidung wird dann zum Beweismaterial gegen die SPÖ. Die Grünen haben das unter Leonore Gewessler im letzten Jahr bereits politisch versucht! Das ist somit die eigentliche Gefahr leerer Versprechen: Nicht nur, dass diese politisch unerfüllt bleiben, sondern dass sie den Maßstab verändern, an dem eine Partei gemessen wird. Wer den Wählern umfassenden Schutz des Staates ankündigt, wird für jede Sozial- und Pensionskürzung verantwortlich gemacht, die ein Sparhaushalt bedingt. Wer den großen Umverteilungskampf ausruft, kann kleine Entlastungen und moderate Steuererhöhungen kaum als Erfolg verkaufen.

Zwischen Kickl und Kahr: Der Spagat der Babler-SPÖ
Die SPÖ verliert ihre Wähler nicht nur nach links. Auf der anderen Seite bindet die FPÖ Arbeiter, Pendler und Menschen außerhalb der urbanen Akademikermilieus mit Fragen von Migration, Sicherheit, Teuerung und politischem Kontrollverlust. Die jüngsten Umfragen sehen die Freiheitlichen deswegen klar bei 37 bis 38 Prozent. Babler steht damit vor einer doppelten Zange: Rechts wandern traditionelle Wähler ab, weil sie kulturelle und staatspolitische Ordnung vermissen; links wechseln wiederum andere, weil ihnen die Regierungs-SPÖ nicht linksradikal genug erscheint. Eine seriöse Volkspartei kann diese Zange nur sprengen, indem sie klare Prioritäten setzt: Sie müsste soziale Sicherheit wieder an Arbeit, Leistung und Gegenseitigkeit binden, Migration nicht als moralisches Nebenthema behandeln und den Staat auf jene Aufgaben konzentrieren, die er tatsächlich erfüllen kann. Das wäre keine Kapitulation, sondern die Rückkehr zur alten sozialdemokratischen Vernunft: Schutz der arbeitenden Mehrheit statt grenzenloser Versprechen für jedes organisierte Minderheitenmilieu.
Babler scheint jedoch entgegen dieser Ratio weiterhin zu glauben, die SPÖ könne verlorenes Vertrauen durch noch kräftigere linke Rhetorik zurückholen. Damit stärkt er aber Wort für Wort ausgerechnet jene linksextreme Konkurrenz, die niemals den Ballast sozialdemokratischer Regierungsgeschichte tragen muss. Die KPÖ kann wie immer behaupten, der wahre Sozialismus sei bloß noch nicht versucht worden. Die SPÖ dagegen muss erklären, warum ihre angekündigte linke Politik trotz Ministerien, Vizekanzleramt und Parlamentsmehrheit so viel schwächer ausfällt als ihre Rhetorik.
Das stärkste Argument für einen möglichen KPÖ-Einzug sitzt freilich im Grazer Rathaus. Bei der Gemeinderatswahl im Juni 2026 erreichte die KPÖ unter Bürgermeisterin Elke Kahr 35,7 Prozent. Die SPÖ stürzte derweil in der zweitgrößten Stadt des Landes auf 5,6 Prozent ab. Graz lässt sich aber natürlich nicht mechanisch auf ganz Österreich übertragen; kommunale Persönlichkeiten, Wohnpolitik und lokale Traditionen spielen eine erhebliche Rolle. Aber das Ergebnis alleine beweist, dass die KPÖ eine sozialdemokratische Marke in ihrem eigenen Kerngebiet nahezu ersetzen kann. Für vier Prozent plus im Bund braucht die KPÖ zudem keine österreichweite Volkspartei zu werden. Es genügen starke Ergebnisse in urbanen Bezirken, Universitätsstädten und unter jüngeren Mietern, ergänzt um Proteststimmen enttäuschter Sozialdemokraten.
Fazit
Die SPÖ unter Babler befindet sich in einer selbst gewählten politischen Zange, aus der es vorerst offenbar kein Entkommen gibt. Auf der einen Seite verliert sie bürgerlich-moderate Wähler, die den Marxismus- wie Migrations-Kurs ihres Vorsitzenden nicht mittragen wollen und die lieber gleich zur ÖVP oder zur FPÖ wechseln. Auf der anderen Seite verliert die SPÖ ihre verbliebene linke Stammwählerschaft womöglich zum Teil an eine KPÖ, die denselben Populismus unverwässerter, unkompromittierter durch Regierungsbeteiligung und schlicht sympathischer verkauft. Die Grünen unter Leonore Gewessler profitieren dabei ebenfalls kräftig von der Babler-Schwäche und liegen in aktuellen Erhebungen bereits fast gleichauf mit der SPÖ! Damit droht der einst stärksten Kraft der Republik gar der Absturz auf Rang vier im Parteiensystem. Für Österreich wäre politisch ein Erstarken der KPÖ jedenfalls fatal: Das Pendel würde mit so einer Partei noch weiter nach links verschoben werden!
Die doppelte Bedrohung für die SPÖ ist damit unübersehbar: Von rechts frisst die FPÖ unter Herbert Kickl seit Jahren ungebremst am einstigen Arbeitermilieu, von links droht nun mit der KPÖ eine zweite, ideologisch konsequentere Kraft, die genau jenes Wählersegment bedient, das Babler mit seiner Robin-Hood-Rhetorik eigentlich zurückgewinnen wollte. Parteichef Andi Babler hat sich politisch ohne Not in eine Position manövriert, in der ihm fast niemand mehr glaubt – weder jene, die einen echten starken Linksruck wollen, noch jene, die eine seriöse, verlässliche Sozialdemokratie suchen. Das zeigen auch Putschversuche, die nur an willigen Gegenkandidaten scheitern! Die 15 bis 17 Prozent der jüngsten Umfragen für die SPÖ sind deshalb kein politischer Ausrutscher, sondern diese sind vielmehr das Symptom einer Partei auf politischen Abwegen.
Wer glaubt, die SPÖ könne sich aus dieser Lage mit noch mehr leerer Umverteilungsrhetorik befreien, irrt gewaltig. Genau diese Rhetorik ist es, die stetig den Boden für die KPÖ bereitet, welche sie glaubwürdiger, unverbrauchter und ohne die Hypothek der Regierungsverantwortung bewirtschaftet. Sollte die KPÖ bei der nächsten Nationalratswahl tatsächlich die Fünf-Prozent-Marke erreichen oder gar überschreiten, wäre das ein Erdbeben für die österreichische Linke insgesamt. Jede Stimme, die von der SPÖ zur KPÖ wandert, fehlt der Babler-SPÖ nämlich doppelt: Sie schwächt ihr Ergebnis und legitimiert gleichzeitig jenen radikaleren Linkskurs, den die SPÖ selbst nur halbherzig verkörpert. Bablers vermeintlich mutiger Linkskurs würde dann in Wahrheit der Steigbügelhalter für seine eigenen kommunistischen Konkurrenten sein, deren traditioneller Wunsch es immer war, die Sozialdemokratie zu zerstören. In Graz ist das Elke Kahr und der KPÖ bereits im Gemeinderat sehr gut gelungen!
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