Die Wiege bleibt leer: Warum die Geburtenrate zur Schicksalsfrage des Westens wird

Geburtenrate

Während Brüssel über die Klimaziele für 2040 debattiert und Österreich wie Deutschland ihre schwache Wirtschaft beklagen, meldet die Statistik Austria eine Zahl, die eigentlich jede politische Prioritätenliste auf den Kopf stellen müsste: Österreicherinnen gebären aktuell nur mehr rund 1,29 Kinder pro Frau. Zum sechsten Mal in Folge starben 2025 mehr Österreicher als geboren wurden – ein Minus von über 11.000 Menschen zuletzt im Jahr. Nur die Zuwanderung verhinderte, dass Österreich seit Jahren schrumpft. Die rot-weiß-rote Geburtenrate ist im Keller und wenn man aus dieser Geburtenrate migrantische Babys herausrechnet, fällt sie gar noch einmal niedriger aus! Diese Politik hat freilich Folgen: Wien wuchs etwa als Stadt nur deshalb so stark, weil mittlerweile mehr als jeder Dritte dort keinen österreichischen Pass besitzt und mehr als 20 Prozent der dort lebenden Menschen Migrationshintergrund haben, aber längst eingebürgert sind.

Was hierzulande in Medien oft als Randnotiz im Wirtschaftsteil oder im hinteren Politikteil behandelt wird, ist in Wahrheit die zentrale zivilisatorische Frage unserer Epoche. Eine Gesellschaft, die sich nicht mehr aus sich selbst heraus erneuert, gibt nicht nur ihre Wirtschaft, sondern ihre Sprache, ihre Bräuche, ihre gesamte kulturelle Physiognomie in fremde Hände – nicht aus Böswilligkeit irgendeiner Elite, sondern schlicht, weil arithmetisch niemand mehr da ist, der sie weiterträgt. Der Westen diskutiert also mit seinen politischen Debatten viele in Relation unwichtige Nebenschauplätze, während seit Jahren sein demografisches Fundament in sich zusammenfällt. Ab circa 2030 wird die EU als Ganzes Jahr für Jahr schrumpfen, weil der Bevölkerungsrückgang in allen Ländern mittlerweile so große Ausmaße angenommen hat. Es ist also längst an der Zeit zu handeln und Geld wird das Problem diesmal nicht lösen! Österreich hat nämlich die höchsten Familienleistungen in Europa und diese motivieren vor allem arme nahöstliche Migranten mit wenig gesellschaftskompatiblen Vorstellungen dazu, noch mehr Kinder zu bekommen, während Österreicher ohne Migrationshintergrund zurückhaltend bleiben!

Tatsächlich müsste also in Österreich wie im Westen generell die Kultur geändert werden. Kinderreiche Familien müssten auf Social Media, in Hollywood, Netflix, in Film und Fernsehen als neue Selbstverständlichkeit präsentiert werden! Studien ausgerechnet aus der DDR zeigten nämlich, dass in der DDR die Geburtenrate in den Regionen niedriger war, wo Westfernsehen besser empfangen wurde. In den dortigen Filmen und Serien tauchten nämlich nur Familien auf, die maximal zwei Kinder hatten und wurden damit auch für die DDR kulturprägend! Essentiell dabei ist jedenfalls zu begreifen, welcher Schicksalsfrage der Westen gegenübersteht! Scheitert Europa an dieser Aufgabe, kollabiert die Wirtschaft und die Kultur, unsere Bräuche, Geschichten und Sprachen verschwinden im Sog der Geschichte!

Geburtenrate in Europa

Der Kontinent, der sich selbst abschafft

Kein einziges der europäischen Länder liegt heute noch über der sogenannten Bestandserhaltungsgrenze von 2,1 Kindern pro Frau. Selbst Frankreich, lange der demografische Vorzeigeschüler Europas, verzeichnete 2025 erstmals mehr Todesfälle als Geburten – bei einer Fruchtbarkeitsrate von 1,61. Deutschland dümpelt derweil bei 1,35, Italien und Spanien liegen sogar unter 1,3, womit der katholische Süden mit seiner einstigen berühmten Kinderfreundlichkeit auf den ganz hinteren Plätzen landet. Österreich reiht sich mit den 1,29 Kindern pro Frau in dieses Bild eines Kontinents ein, der sich, statistisch betrachtet, in weniger als zwei Generationen halbieren wird, sollte sich an diesem Trend nichts ändern. Auch die osteuropäischen Länder mit momentan extrem starken Wirtschaftswachstum dürften alt werden und aussterben, bevor sie so reich werden können wie Regionen in Mittel-, West- und Nordeuropa!

Wenn man bedenkt, dass die stabile Rate, an der eine Gesellschaft ihre Größe ohne Zuwanderung erhalten könnte, bei 2,1 liegt, klingt das apokalyptisch.

Wiener Zeitung, Analyse zum österreichischen Geburtenbarometer

Diese Zahl von 2,1 Kindern ist keine akademische Spielerei, denn sie entscheidet vielmehr mathematisch darüber, ob ein Land in dreißig Jahren noch eine autochthone Mehrheitsbevölkerung hat, die seine Sprache spricht, seine Feiertage feiert, seine Verfassungstraditionen versteht und trägt – oder ob es zu einem bloßen Verwaltungsgebiet wird, dessen kulturelle Identität sich im Zuge des rein numerischen Ersatzes auflöst. Wer glaubt, das sei übertrieben, sollte einen Blick nach Wien werfen, wo bereits heute mehr als jeder dritte Einwohner keinen österreichischen Pass besitzt und wo Österreicher ohne Migrationshintergrund eine Minderheit der Bevölkerung stellen. Die österreichische Kultur und Geschichte ist in der Stadt deshalb seit Jahrzehnten am Rückzug und die Staffelübergabe an eine neue islamisch-konservative, mehrheitlich muslimische nächste Generation hat sich in den Schulen bereits angekündigt!

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Die bequeme Lebenslüge der Zuwanderungsersatzrechnung

Seit Jahrzehnten lautet die Antwort der europäischen politischen Klasse auf sinkende Geburtenzahlen: Migration gleiche das am Ende schon aus. Diese mathematische Rechnung ist bequem, weil sie keine unpopulären Eingriffe in Steuersystem, Wohnungsmarkt oder Arbeitszeitmodelle erfordert. Sie ist aber auch eine Illusion. Zuwanderung kann die Erwerbsbevölkerung vielleicht zahlenmäßig stabilisieren, sie kann jedoch nicht die kulturelle Kontinuität eines Landes ersetzen, die über Sprache, Erzähltradition, Rechtskultur und kollektives Gedächtnis über Generationen weitergegeben wird. Ein Land, das seine demografische Reproduktion vollständig outsourct, gibt implizit zu, dass es nicht mehr an sich selbst glaubt. Zudem passen sich auch die Zuwanderer mit Verzögerung an lokale Trends an, weshalb mittelfristig auch die Zuwanderung nicht kompensierend wirken kann, außer sie erreicht ständig neue Rekorde!

Hinzu kommt ein Phänomen: Auch viele ost- und südosteuropäische Herkunftsländer der Zuwanderung altern rasant. Sogar die islamistisch regierte Türkei erlebte einen massiven Einbruch ihrer Geburtenrate und wird die von Erdogan geplanten 100 Millionen Türken aus eigener Kraft niemals erreichen können. Ohne Zuwanderung wird auch die Türkei ihre 80 Millionen Einwohner so nicht halten können! Die globale Fruchtbarkeitsrate sinkt mittlerweile nämlich so schnell, dass laut UN-Prognosen bis 2050 rund 155 von 204 Staaten unter der Bestandserhaltungsgrenze liegen werden. Der demografische Selbstmord auf Raten ist damit kein europäisches Sonderphänomen mehr, sondern ein globaler Trend – was bedeutet, dass sich das Reservoir potenzieller Zuwanderer in wenigen Jahrzehnten ebenfalls leert. Wer heute also glaubt, das Problem sei durch Migration dauerhaft gelöst, verschiebt es lediglich um eine Generation.

Geburtenrate in Ungarn

Ungarn als Testfall – und als Warnung zugleich

Dass Familienpolitik tatsächlich etwas bewirken kann, zeigt Orbans Ungarn – wenn auch mit Einschränkungen, die ebenfalls erwähnt werden müssen. Budapest investiert mittlerweile rund fünf Prozent des BIP in familienpolitische Maßnahmen, von steuerfreien Krediten über lebenslange Einkommensteuerbefreiung für Mütter mit drei Kindern bis zu einem Wohnbauförderprogramm. Die Geburtenrate stieg von 1,25 im Jahr 2010 auf zeitweise 1,55 im Jahr 2021 – was ein realer, messbarer Effekt gegenüber dem ist, was wohl ohne diese Maßnahmen eingetreten wäre. Zugleich zeigt der jüngste Rückgang auf 1,31 im Jahr 2025 aber auch, dass Steuergeschenke allein keine Trendwende garantieren, wenn Wohnkosten, wirtschaftliche Verunsicherung und ein kulturelles Klima der Zukunftsangst dagegenhalten. Es ist also wie in Österreich mittelfristig eine Mentalitätsfrage und eben keine Geldfrage!

Südkorea liefert sogar eine noch viel drastischere Warnung: Trotz umgerechnet über 215 Milliarden Pfund an Familienförderung seit 2008 fiel die Geburtenrate dort auf 0,8 – den niedrigsten Wert der industrialisierten Welt. Geld vom Staat alleine kauft also noch keine Kinder. Was all diese Fälle lehren, ist unbequem, aber wichtig: Familienpolitik wirkt nur, wenn sie Teil einer umfassenderen gesellschaftlichen Kurskorrektur ist, die Ehe, Elternschaft und bürgerliche Lebensentwürfe wieder als erstrebenswert und nicht als Verzichtsleistung darstellt. Der Feminismus und die Klimahysterie haben im Westen nämlich bequeme Ausreden für eine Generation von jungen Frauen geschaffen, die sich ihrer gesellschaftlichen Rolle entziehen, aber die gleichzeitig erwarten, im Alter versorgt und gepflegt zu werden! Wenn man den Sozialstaat durch derartige Ignoranz aber zu Fall gebracht hat, wird kein Staat mehr in der Lage sein, mit wenigen jungen Menschen viele alte Menschen gut zu versorgen! Die Geburtenrate zu steigern, ist also eine soziale wie auch Überlebensfrage für eine Gesellschaft!

Was echte Kurskorrektur bedeuten müsste

Eine ernsthafte Antwort auf die Geburtenkrise beginnt also bei der Korrektur der individualistischen Ideologie, sie müsste aber auch harte ökonomische Faktoren berücksichtigen. Es geht etwa bei der Wohnungsfrage los und müsste am Ende auch die individuelle Besteuerung betreffen. Junge Paare, die keine bezahlbare Wohnung mit drei Zimmern finden (oder sich kein Eigenheim leisten können), gründen später und dann nur kleinere Familien. Steuerliche Entlastung von Familien nach dem Vorbild der ungarischen Steuerbefreiung für Mütter, eine Abkehr von der Individualbesteuerung hin zu einem Familiensplitting sowie ein Wohnbauprogramm, das gezielt auf junge Familien zugeschnitten ist, wären also ein erster Schritt. Ebenso entscheidend ist die Planungssicherheit für Eltern, die heute zwischen prekären Beschäftigungsverhältnissen und Betreuungslücken zerrieben werden. Menschen, die kinderlos bleiben, müssten über Sondersteuern mehr zum Pensionssystem beitragen, denn die Erhaltung desselben funktioniert ja nur über Beitragszahler! Wer hier aber versagt, müsste seinen Beitrag eben anderwertig kompensieren! Dazu müsste auch die lange Ausbildungszeit in Österreich verkürzt und Kinderkriegen etwa während des Studiums staatlich angeregt werden!

Mindestens ebenso wichtig ist, wie bereits erwähnt, die kulturelle Dimension, die in der Debatte gerne ausgeblendet wird. Eine Gesellschaft, die Elternschaft in Sitcoms und Feuilletons vorwiegend als Belastung, Karrierehindernis oder ökologisches Vergehen darstellt, darf sich nicht wundern, wenn junge Menschen sie meiden. Es braucht wieder ein positives, selbstbewusstes Bild von Familie, Kontinuität und Generationenverantwortung – nicht als nostalgisches Wunschbild, sondern als bewusste politische und kulturelle Priorität, der sich alles andere unterordnet. Kinder müssen wieder überall als ein natürlicher Prozess in der Gesellschaft verankert werden, wie es vor der 1968er Revolution im Westen auch der Fall war! Dass ein aktives Ausgehleben, viel Party und Feierlaune und große Familien kein Widerspruch sein müssen, demonstriert Jahr für Jahr Israel mit Rekordgeburtenraten! Die Israelis schaffen nämlich beides: Das Leben zu genießen, eine Feierkultur zu erhalten und parallel dazu die Dreikindfamilie zu halten!

Fazit

Der Westen debattiert gesellschaftlich und politisch gerne Nebenkriegsschauplätze, während sich unter seinen Füßen die demografische Statik seiner Zivilisation auflöst. Eine Fertilitätsrate von 1,29, wie sie Österreich heute aufweist, bedeutet rein rechnerisch, dass mit jeder Generation die einheimische Bevölkerung um mehr als ein Drittel schrumpft – ein Prozess, der sich, einmal etabliert, nur mit äußerster Kraftanstrengung umkehren lässt, wie das Beispiel Ungarns zeigt, wo selbst massive Investitionen den Trend bislang nur bremsen, nicht stoppen konnten. Wer glaubt, Zuwanderung könne diese Lücke dauerhaft und kulturell neutral füllen, verwechselt eine kurzfristige Zahlenkosmetik mit einer echten Lösung und übersieht, dass die globale Geburtenrate insgesamt fällt.

Die Rückkehr zu einer Geburtenrate von zwei und mehr Kindern pro Frau ist jedenfalls keine patriarchale nostalgische Marotte konservativer Traditionalisten, sondern die Voraussetzung dafür, dass es in hundert Jahren noch ein Österreich, ein Deutschland, ein Frankreich und ein Europa mit liberalen Werten (!) gibt, das seine eigene Sprache spricht und seine eigene Geschichte fortschreibt. Jede Regierung, die diese Frage weiterhin unter „sonstige Sozialpolitik“ verbucht, statt sie zur Chefsache zu erklären, verspielt die Zukunft, über die sie eigentlich zu wachen hätte. Wer das eigene Fundament nicht sichert, muss sich nicht wundern, wenn irgendwann das ganze Haus einstürzt.

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