Gibt es eine Alternative zur COVID- Impfung?

In Österreich greift aktuell eine Impfskepsis um sich, die von der Opposition, den politischen Rändern, aber auch von verunsicherten normalen Bürgern aus der Mitte unserer Gesellschaft geschürt wird. In diesem Artikel möchten wir deshalb mögliche Alternativen zur Impfung der Bevölkerung zur Beendigung der Corona-Pandemie diskutieren. Können oder sollten wir als Gesellschaft auf die Impfung verzichten? Ist die Impfung mit dem Biontech-, Johnson & Johnson-, Astra Zeneca – Impfstoff und wie sie alle heißen mögen wirklich alternativlos?

#1 Durchseuchung der Bevölkerung: Das schwedische Modell

Eine theoretische Möglichkeit eine Pandemie ohne Impfung zu beenden ist eine breite Durchseuchung der Bevölkerung mit dem Coronavirus. Eine Durchseuchung die in der Folge eine Massenimmunität herstellen würde. Dies ist die Strategie die Schweden aus der Not heraus geboren hat und die Großbritanniens Premier Johnson nach ein paar Wochen im März 2020 aufgeben musste. Weil damals zu viele Todesfälle in Großbritannien erwartet wurden. Als Preis muss dafür in der Theorie laut aktuellen Erfahrungen in Kauf genommen werden, dass bei ambulanter Behandlung trotzdem mindestens 0,3 Prozent der Betroffenen am Virus versterben. Umgelegt auf die österreichische Bevölkerung wären dass dann 30.000 Tote in der Theorie.

In der Praxis kollabiert unser Gesundheitssystem allerdings bereits bei 8.000-10.000 Fällen pro Tag nach vielleicht einem Monat. Was bedeutet, dass eine schnelle Durchseuchung eine viel höhere Todesrate mit sich bringen würde! Deshalb wird in der Realität mit Maßnahmen (auch Schweden praktizierte Social Distancing plus Verbote) eingegriffen, wodurch die Ansteckungsrate pro Monat dann viel geringer ausfällt als das theoretische Maximum von vielleicht 8.000 Fällen x 30 Tage. Was 240.000 Fällen pro Monat entsprechen würde. Womit Österreich rund 38 Monate brauchen würde um eine gleichmäßige Durchseuchung am Limit unseres Gesundheitssystems (!) zu erreichen. Bei einer Annahme von 70% notwendiger Immunität (eine Zahl die Experten wie Dr. Fauci mittlerweile weiter nach oben korrigiert haben), sind wir immer noch bei 25 Monaten. Was ignoriert das die Krankheit in Wellen auftritt, Ansteckungen im Sommer abnehmen und das sich Leute nicht gleichmäßig anstecken. Also dauert die Durchseuchung noch viel länger !

Ergo ist dieses Konzept völlig unrealistisch. Es dauert zu lange, es sterben zuviele Menschen und wenn die „Letzten“ krank werden, ist die Immunität bei den Ersterkrankten eventuell schon wieder Geschichte. Das ganze Infektions-Spiel beginnt von vorne. Zudem müssten auf Jahre teure Lockdowns das Gesundheitssystem retten, indem die Ansteckungszahl wieder auf die Kapazitätsgrenze gedrückt wird.

#2 Wir stärken unsere Abwehrkräfte

Was grundsätzlich immer eine sinnvolle Idee für ein gesundes Leben darstellt, kursiert mittlerweile im Internet als eine der Lösungen für die Coronakrise. Das Argument lautet dabei wie folgt: Wenn jeder Mensch sein Immunsystem stärkt, so wäre die Impfung letztlich ja nicht notwendig. Weil wir die Krankheit dann eh alle gut überstehen würden.

Erfahrungen zeigen das eine Infektion mit dem Coronavirus auch bei Leuten mit einem guten Immunsystem alle möglichen Reaktionen auslöst. Von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Schäden und Beeinträchtigungen. Es gibt den jungen Bergsteiger, der nach einer Infektion seit Monaten nicht mehr sporteln kann, wie auch die 97 Jährige die eine Infektion ohne Probleme übersteht. Es ist eine Lotterie, bei der nur jene sicher verlieren, die Vorerkrankungen haben und altersmäßig in einer Risikogruppe liegen (über 80 Jährige zum Beispiel).

Für Risikogruppen sind solche Ratschläge a la Immunsystem stärken gut gemeint, in der Realität aber blanker Hohn. Schlicht weil viele eine Infektion mit dem Leben oder Schäden bezahlen würden. Die Pandemie beenden würde das nicht, man könnte es als „Leben mit dem Virus“ beschreiben.

#3 Weitermachen wie 2020/2021

Was bedeutet das wir das Jahr 2020 mit dem Wechselspiel „Lockerung-Lockdown-Lockerung-Lockdown“ auf absehbare Zeit in den kommenden Jahren weiter fortsetzen müssten. Social Distancing würde ebenso fortgesetzt werden, strenge Hygiene- Regeln würden beibehalten. Und im Falle von Corona-Müdigkeit der Bevölkerung wohl wieder etwas angezogen werden. Deutschland ist gerade so ein Beispiel mit neuen verschärften Regeln, die vorsehen dass man sich maximal 15km von seinem Wohnort entfernen darf. Neue Lockdowns würden weitere wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe verursachen. Teile der Volkswirtschaft wie die Reisebranche (in Österreich immer rund 15 % des BIPs) würden dauerhaft massiv einbrechen.

Die wirtschaftliche Erholung würde sich immer weiter in die Zukunft verschieben und die Arbeitslosenzahlen würden weiter ansteigen. Das ganze Wechselspiel von Öffnen und Schließen der Wirtschaft (im Fachjargon: „The Hammer & the dance“) würde dann so lange weiter gehen, bis die Pandemie irgendwann von selbst ausläuft. Entweder weil 60-70 Prozent der Bevölkerung bereits Antikörper haben, oder durch eine Laune des Schicksals Infektionsketten bei einer geringen Immunisierungsrate irgendwie durchbrochen wurden.

Was in einer globalen Welt mittelfristig sehr unwahrscheinlich ist, denn wie Grippe kann auch ein Coronavirus in der anderen kalten Hemisphäre oder im Nachbarland „überwintern“ und dann einfach „wiederkommen“. Es würden also massive Reisebeschränkungen auf Jahre erfordern, um all jene Länder zu schützen, die das Virus zwar eingedämmt haben, aber noch keinen ausreichenden Immunisierungsgrad aufgrund ihres Eindämmungserfolges aufweisen könnten.

#4 Der Chinesische Weg: Die Ausrottung des Viruses durch George Orwell

Die chinesische Regierung hat etwas Einmaliges bis dato geschafft. Sie hat nach anfänglichen Fehlern (die mit zur weltweiten Verbreitung geführt haben) den ursprünglichen enormen Virusausbruch eingedämmt und dann das Virus durch massive Beschränkungen als Massenphänomen quasi ausradiert. Wenn man den Zahlen des abgeschotteten Chinas glauben kann. Da ist natürlich ein ordentliches Fragezeichen angebracht. Die Grafik aktiver Fälle in China sieht demnach so aus:

Aktive Coronavirusfälle, Quelle: https://www.worldometers.info/coronavirus/country/china/

Die chinesische „Wuhan-Strategie“ auf Europa umgelegt, würde bedeuten, dass man die gegenwärtigen Lockdowns in den meisten europäischen Ländern massiv verschärft, untereinander abstimmt (!) und Leute in ihren Häusern und Bezirken bei minimalem Bewegungsradius in ganz Europa einsperrt. Um so dann Haus für Haus, Bezirke für Bezirk, Provinz für Provinz das Virus durch massive Kontrolle der Bewegungsfreiheit der Bevölkerung über viele Wochen zu eliminieren. Verbunden mit Überwachungsapps mit beschränkter Bewegungserlaubnis auf allen Handys, Zwangstests und permanentem Fiebermessen überall. Begleitet wird das ganze übrigens seit Monaten von experimentellen Impfkampagnen. Impfungen sind also auch in China Teil der nationalen Strategie.

Was würde das für die EU bedeuten?

Dafür müsste das Schengener Abkommen in Form der Reisefreiheit sofort aufgehoben werden. Brüssel müsste massiv koordinierend eingreifen und den Ländern unabhängig von lokaler Kritik und hoher wirtschaftlicher Kosten vor Ort maximale Maßnahmen im Sinne des großen Ganzen abringen. Das alles müsste lückenlos Land für Land, Stadt für Stadt durchexerziert werden. Die Bewegungsfreiheit wäre so lange eingeschränkt, so lange es eine messbare Virusaktivität vor Ort gibt. Bei jedem kleinen Ausbruch, müssten auch die größten europäischen Städte wie Wien oder Paris sofort vom Militär hermetisch abgeriegelt werden. Auslandsreisen außerhalb der EU wären in diesem Fall untersagt. Die Immigration de facto ebenso und die Einreise in die Union wäre von Zwangsquarantänen in Coronaquartieren mit vorgeschriebenen Tests begleitet. Der Kroatienurlaub der Österreicher wäre 2021 wohl ziemlich unrealistisch – außer es geschieht ein Wunder.

Ein Maßnahmenpaket das in Österreich, wo schon die Corona-App des Roten Kreuzes und das Wort „Freitesten“ rote Tücher waren, wohl nur sehr schwer umsetzbar wäre. Dissidenten wie Coronaleugner müsste man wohl ebenso wie in China massiv einschränken und in ihrer Meinungsfreiheit unterdrücken. Zumindest so lange bis deren Heimatprovinz „coronafrei“ geworden ist. Bis das normale uneingeschränkte Leben in einer Blase im Inneren des Landes wieder möglich ist.

#5 Gibt es ein Medikament als Alternative zur Impfung gegen die Viruserkrankung?

Leider nein, die Menschheit verfügt über kein Medikament gegen das Coronavirus. Aktuell kann man in Krankenhäusern zwar schwere Verläufe mit Mitteln wie Remdesivir oder Baricitinib mildern, ein effektives Medikament für die Massen gibt es in den Apotheken noch nicht. In diversen Ländern werden aktuell dazu Medikamente entwickelt und befinden sich in der Testphase. Mangels Erfahrung lässt sich da aber noch keine Nutzbarkeit ableiten. Garantien für eine künftige Wirksamkeit gibt es bis dato keine. Fraglich ist auch ob die Impfgegner dann ein Medikament anstelle der Impfung akzeptieren würden.

Update : Mutationen

Die südafrikanischen, britischen und brasilianischen Mutationen haben eines gezeigt: Das Konzept der Herdenimmunität ist auch epidemologisch obsolet. Das Sterben in der Amazonasprovinz um Manaus, die eine der höchsten Immunitäten zum Ursprungsvirus weltweit aufweisen konnte, zeigt dies deutlich. Dort war letztes Jahr nach einem Massensterben eine Durchseuchung der Bevölkerung erreicht. Im Jahr 2021 wiederholte sich dann alles wieder mit neuen Corona-Wellen, eben weil die Mutationen die Herdenimmunität obsolet machten. Und bereits Erkrankte sich erneut mit dem Virus ansteckten und schwere Folgen davon zu Tragen hatten. Akzeptieren wir also diese Logik nicht, werden viele Mutationen eine nicht oder zu wenig geimpfte Bevölkerung immer wieder treffen. Und die Coronakrise bis weit in die 2020er Jahre hinein prolongieren.

Fazit

Das Fazit in dieser Sache ist relativ simpel: Es gibt keine realistische Alternative zu einer Impfung ! Jede alternative Vorgehensweise würde die Krise Monate oder Jahre zusätzlich verzögern und noch viel größere wirtschaftliche und menschliche Schäden anrichten. Von selbst wird diese Pandemie, wie einst die Spanische Grippe, leider nicht mehr aufhören. Eben weil unsere Welt so eng vernetzt ist. Mit den kurzen Flugzeiten wird die Pandemie immer wieder neue Regionen finden, wo eine neue Infektionswelle wieder ihren Ursprung mit einer neuen Mutation finden wird.

Links & Quellen

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wissen/forschung/2086053-Innovatives-Rheumamedikament-und-Remdesivir-als-wirksame-Therapie.html

Ausbruch: Innenansichten einer Pandemie – Die Corona-Protokolle

Corona-Impfstoffe: Rettung oder Risiko?: Wirkungsweisen, Schutz und Nebenwirkungen der Hoffnungsträger

https://www.dw.com/de/gibt-es-l%C3%A4ngst-ein-medikament-gegen-das-neue-coronavirus/a-53028633