
In den Straßen Irans tobt seit Ende Dezember 2025 ein blutiger Aufstand gegen das Regime der Mullahs mit mittlerweile leider tausenden Toten. Was als Protest gegen wirtschaftliche Not begann, hat sich zu einem breiten Ruf nach Freiheit und dem Sturz der islamischen Theokratie entwickelt. Demonstranten skandieren Slogans wie „Weder Gaza noch Libanon – unser Leben für den Iran“ und manche fordern sogar die Rückkehr des 1979 gestürzten Schahs. Doch während die Menschen im Iran ihr Leben riskieren und zu tausenden von ihren Unterdrückern der Islamischen Republik abgeschlachtet werden, bleibt die Reaktion im Westen, insbesondere aus linken Kreisen, auffällig verhalten. Gleichzeitig versagten deutschsprachige öffentlich-rechtliche Medien wie das ZDF viel zu lange bei einer angemessenen Berichterstattung, was die Isolation der Protestierenden weiter verstärkt hat. Während rechte Politiker wie Donald Trump oder Nigel Farage Solidarität mit dem verzweifelten Kampf der Iraner für Freiheit und Demokratie zeigen, kommt von der „Gaza-Linken“ um Greta Thunberg und Co. nur eines: NICHTS.
Dieser revolutionäre progressive Aufstand für mehr Freiheit, weniger Diktatur und Islam wäre ideologisch eigentlich DER Lackmustest für internationale westliche Solidarität – genau jene, die etwa in Österreich und Deutschland am 1.Mai von der Linken stets verklärt wird. Doch genau hier fehlt es heute massiv an Unterstützung, besonders von linker Seite, die sich sonst immer als Vorkämpferin für Unterdrückte inszeniert. Zyniker haben wohl leider recht, wenn sie das völlig verpeilte politische Koordinatensystem der Linken einmal mehr kritisch hinterfragen. Wer blutige Dikaturen wie Kuba oder Venezuela verteidigt und zum Iran schweigt, braucht definitiv eine Neukalibrierung seines politischen Koordinatensystems.

Der Hintergrund der aktuellen Aufstände
Die Protestwelle, die Iran seit dem 31. Dezember 2025 erschüttert, ist die größte seit den Unruhen nach dem Tod von Mahsa Amini im Jahr 2022. Ausgelöst durch eine tiefe Wirtschaftskrise – mit galoppierender Inflation, Währungsverfall und Arbeitslosigkeit – haben sich die Demonstrationen rasch in ein politisches Aufbegehren gewandelt. Die Protestierenden fordern nicht nur bessere Lebensbedingungen, sondern den Sturz des Regimes, das seit der Revolution 1979 Frauen unterdrückt, Homosexuelle hängt und regionale Konflikte schürt. In über 200 Städten gehen Menschen auf die Straße und das trotz massiver Repression: Das Regime hat das Internet abgeschaltet, Tausende verhaftet und wohl leider auch bereits Tausende getötet. Berichte sprechen von Horrorbildern aus Städten wie Teheran, wo Leichensäcke in Gerichtsmedizinen gestapelt werden müssen.
Das islamistische Regime im Iran steht 2026 für viele Iraner sinnbildlich für wirtschaftlichen Ruin, systematische Unterdrückung und den völligen Stillstand einer alten Kulturnation mit enormem menschlichem und kulturellem Potenzial. Seit Jahrzehnten prägen Zwangsreligiosität, Korruption, Vetternwirtschaft der Revolutionsgarden und brutale Repression gegen jede Form von Opposition den Alltag. Frauen, Jugendliche, ethnische und religiöse Minderheiten tragen die Hauptlast eines Systems, das seine eigene Bevölkerung kontrolliert, entrechtet und regelmäßig mit Gewalt diszipliniert. Milliarden fließen in Stellvertreterkriege, Raketenprogramme und die Machtsicherung eines korrupten Klerus, während Inflation, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit explodieren. Die Legitimation des Regimes beruht längst nicht mehr auf Zustimmung, sondern auf Angst. Viele Iraner wollen 2026 deshalb nicht Reformen, sondern einen echten Bruch: das Ende der Herrschaft der Mullahs, die Abkehr von ihrem System und die Chance auf einen säkularen, national selbstbestimmten Staat, der den Menschen Freiheit, Würde und Zukunft zurückgibt – ohne ideologische Bevormundung durch Figuren wie Ali Khamenei.
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Die ausbleibende linke Reaktion: Moral auf Abruf
Jetzt da mutige Iraner in den iranischen Städten einen realen Freiheitskampf führen, herrscht Stille. Keine Parolen, keine Symbole, keine Empörung. Dort wo ein existentieller Kampf gegen ein islamistisches Terrorregime geführt wird, schweigt die selbst ernannte linke moralische Avantgarde des Westens.
Sarah Maria Sander, zitiert nach https://www.youtube.com/watch?v=Emw93481pUY&t=2s
Während linke Gruppen und Parteien in Deutschland und Europa bei Konflikten wie dem in Gaza binnen Stunden zu Massendemonstrationen aufriefen und Slogans wie „All Eyes on Gaza“ verbreiteten, herrscht beim Iran betretenes Schweigen. Die Linkspartei in Deutschland, die KPÖ in Österreich, Grüne und diverse NGOs bleiben auffällig still, obwohl die iranischen Proteste Themen wie Frauenrechte, Menschenrechte und Anti-Autoritarismus betreffen – Kernwerte, die diese Gruppen sonst lautstark einfordern.
Diese Doppelmoral hat tiefe Wurzeln. Viele Linke romantisierten die Islamische Revolution von 1979 als „antiimperialistischen“ Akt gegen den US-gestützten Schah. Sie sehen die islamistische Diktatur, die zehntausende Linke im Iran ermordet hat in ihrer ignoranten Verkennung daher als Feind ihrer vermeintlichen Feinde und damit als Freund. Dabei passt der Iran heute überhaupt nicht in das alte linke Weltbild und Narrativ. Als schiitischer islamistischer Staat knechtet der Iran sein Volk, bedroht Israel mit Vernichtung und führt regionale Proxy-Kriege. Der Iran ist also seit Jahrzehnten kein „Opfer des Westens“ mehr, sondern ein brutaler Täterstaat, der im Namen des Islam mordet, knechtet und unterdrückt. Nun kommen wir zum vermeintlichen Dilemma der westlichen Linken: Solidarität mit den Aufständischen würde bedeuten, das Regime als Unterdrücker zu benennen – was wiederum die Kritik an Israel relativieren könnte. Daher sehen viele Linke lieber schamlos weg, wie tausende Demokratieaktivisten mit linken sekularen Einstellungen ermordet werden. Stattdessen warnen einige antiimperialistische Linke sogar davor, die Proteste zu unterstützen, da dies den USA und Israel nützen könnte.
Während linke Milieus in Europa binnen kürzester Zeit zehntausende Menschen zu Demonstrationen für Palästina mobilisieren konnten, hält man sich im Fall des Iran taktisch auffällig zurück. Der Grund liegt weniger in mangelnder Information als in ideologischer Brille: Ein Regime, das sich selbst als „antiwestlich“ inszeniert, fällt in der linken Antikoloniallogik allzu leicht auf die vermeintlich richtige Seite der Geschichte. Die iranischen Mullahs erscheinen so nicht als Unterdrücker, sondern als Teil eines konstruierten „Gegenpols zum Westen“. Begriffe wie Menschenrechte, Feminismus oder internationale Solidarität werden in diesem Weltbild selektiv angewandt – oder einfach stillschweigend ignoriert. Diese Haltung ist nicht nur ideologisch inkonsequent, sondern zutiefst verantwortungslos: Sie lässt jene iranischen Freiheitskämpfer allein, die unter Lebensgefahr genau jene universellen Werte verteidigen, auf die sich die europäische Linke sonst so gern beruft.

Das Versagen der europäischen Staatsmedien: Linke Unterwanderung?
Die Mullahs sollen weg, der Schah soll kommen: Dafür hat die Linke gerade keine Erklärung parat – und mit ihr auch nicht die links geprägten Redaktionen des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks! Stell Dir vor, in Berlin fällt die Mauer und kaum ein relevantes Medium der Welt berichtet darüber. So in etwa läuft es gerade in Sachen Iran.
Noch problematischer ist die Rolle der Medien. Öffentlich-rechtliche deutschsprachige Sender wie ARD und ZDF, die mit Gebühren finanziert werden und Neutralität versprechen, haben die Proteste in ihren Nachrichten zunächst lange ignoriert oder verharmlost. Kritiker werfen ihnen deshalb vor, sich jahrelang obsessiv auf den Gaza-Krieg konzentriert und sich in der Berichterstattung zu diesem geradezu verbissen zu haben, während der Iran-Aufstand mit tausenden Toten viele Tage „unter den Tisch gefallen ist“. Das ZDF wird dafür besonders scharf attackiert: Trotz der Eskalation seit Ende Dezember begann die Berichterstattung erst zögerlich, und selbst dann oft mit einem Fokus auf wirtschaftliche Aspekte statt auf die regimekritische Dimension. Auch im ORF berichtete man über die „Sorgen des Iran“ vor einem Eingreifen der USA. Ganz so als ob ein Massaker an der eigenen Bevölkerung nicht relevanter wäre, als geopolitische Planspiele um Donald Trump. In den ersten Tagen der Proteste fehlten in zu vielen öffentlich-rechtlichen Medien tiefe Analysen oder Liveschaltungen ganz im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Konflikten.
Auf Reddit wunderten sich Nutzer: „Warum wird in deutschen Medien (ARD, ZDF, Zeitungen usw.) nicht über die Massenproteste im Iran berichtet?“ Diese Lücke verstärkte den Informations-Blackout, den das islamistische Regime im Iran selbst verhängt hat, und isolierte die Demonstranten weiter von Solidarität im Westen und einem möglicherweise wachsenden öffentlichen Druck, hier politisch oder militärisch zu helfen. Ähnliche Vorwürfe gibt es international etwa gegen die BBC, die für ihre Berichterstattung massiv in kritik steht. Wie die deutschsprachigen Medien versuchte auch die BBC zunächst politisch-korrekt links die Sache auszusitzen. Die britische Zeitung DailyMail fasste die Kritik an der BBC so zusammen (die genauso auch für deutschsprachige Medien gelten):
Zuschauer kritisierten peinliche Schnitt- und Bearbeitungsfehler sowie den Tonfall des Berichts, der eine lange Stellungnahme des Obersten Führers des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, ausstrahlte. Die BBC stand ohnehin bereits unter Beobachtung wegen des Vorwurfs, den landesweiten Protesten nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt zu haben, nachdem am Freitag tausende Iraner bereits den 13. Tag in Folge auf die Straße gegangen waren.
Diese mangelnde mediale Berichterstattung ist also offenbar kein Zufall, sondern spiegelt eine breitere Tendenz wider: Medien priorisieren linke Narrative, die in bestehende Diskurse passen, und vernachlässigen solche, die ideologisch kompliziert und persönlich unbequem sind. Grund dafür mag sein, dass in diesen Medien viel zu viele linke Journalisten und Nachrichtenmanager sitzen, die ihren eigenen Narrativen nicht widersprechen möchten. Dadurch wird die öffentliche Wahrnehmung im Westen verzerrt und internationale Solidarität mit den mutigen Iranern ganz im Sinne des islamischen Regimes verzögert und erschwert.
Fazit
Die Aufstände im Iran sind kein regionales Randereignis und kein weiterer geopolitischer Schauplatz, den man nach Belieben ignorieren kann, sondern ein historischer Freiheitskampf von weltpolitischer Bedeutung. Millionen Iraner erheben sich nicht nur gegen wirtschaftliche Not oder korrupte Eliten, sondern gegen ein ideologisches System, das seit Jahrzehnten Freiheit, Individualität und Menschenwürde systematisch zerstört: den politischen Islam. Dieser Kampf richtet sich gegen eine Herrschaftsform, die Religion zur Machttechnik degradiert, Gewalt religiös legitimiert und Kritik als Gotteslästerung kriminalisiert. Wer diesen Aufstand relativiert oder verschweigt, schweigt nicht neutral, sondern stellt sich faktisch auf die Seite der Unterdrücker.
Gerade hier wird das moralische Versagen weiter Teile der westlichen Linken und ihrer medialen Vorfeldorganisationen sichtbar. Während sonst jede Form von Diskriminierung, Patriarchat oder Autoritarismus lautstark angeprangert wird, herrscht beim Iran betretenes Schweigen. Der Grund liegt tiefer als bloßer Opportunismus: Der politische Islam wird von vielen Linken nicht als totalitäre Ideologie begriffen, sondern als vermeintlich „antikoloniale“ Kraft gegen den Westen verklärt. Damit werden die iranischen Mullahs – ein Regime, das Frauen entrechtet, Homosexuelle hinrichtet, Andersdenkende foltert und Minderheiten verfolgt – implizit in Schutz genommen. Diese ideologische Blindheit ist kein Zufall, sondern Ergebnis eines Weltbildes, das alles Antiwestliche reflexhaft entschuldigt, selbst wenn es offen barbarisch ist.
Auch große Teile der öffentlich-rechtlichen Medien haben in diesem Zusammenhang versagt. Indem sie den politischen Islam entweder verharmlosen, kulturell relativieren oder hinter technokratischen Analysen verstecken, verweigern sie eine klare Benennung des Problems. Es geht im Iran nicht um „traditionelle Werte“, nicht um kulturelle Eigenheiten und nicht um abstrakte Machtpolitik – es geht um eine religiös begründete Diktatur, die ihre Legitimation aus Gewalt, Angst und sakralisierter Herrschaft bezieht. Wer diesen Kern nicht benennt, verschleiert die Realität und trägt zur internationalen Isolation jener bei, die ihr Leben für Freiheit riskieren.
Der iranische Freiheitskampf ist damit auch ein Lackmustest für den Westen selbst. Er zeigt, wer tatsächlich an universelle Menschenrechte glaubt – und wer sie nur dann beschwört, wenn sie gegen den Westen gerichtet werden können. Solidarität mit den Iranern bedeutet zwangsläufig, den politischen Islam als das zu benennen, was er ist: eine totalitäre Ideologie, unvereinbar mit Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie. Wer dazu nicht bereit ist, entlarvt seine Moral als selektiv, ideologisch verengt und letztlich leer. Bleibt diese Haltung bestehen, dann wird nicht nur der Iran im Stich gelassen, sondern auch der Anspruch des Westens, für Freiheit und Menschenwürde einzustehen, nachhaltig beschädigt.
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